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Archiv
20.09.2008
Ausbildung in einem Brunnen

Im Rahmen des monatlichen Ausbildungsdienstes hat die 1. Bergungsgruppe von unserem 1. Technischen Zug einen Brunnen aus den 1930er Jahren erkundet und von Unrat befreit.

Nach vielen Jahren wurde ein Brunnen eines Einfamilienhauses wieder freigelegt. Aufgabe war es, den Brunnen von Unrat zu befreien, damit der Brunnen zukünftig für eine umweltfreundliche Gartenbewässerung wieder in Betrieb genommen werden kann.

Der Brunnen ist ca. 12m tief. Da in jeder Senke die Gefahr besteht, dass sich für den Menschen lebensgefährliche Gase ansammeln mussten diese Gefahr zunächst erkundet werden. Um diese Gase zu messen, besitzt das THW ein Mehrgasmessgerät (in diesem Fall Dräger x-am 7000) mit fünf Sensoren: CO2, CO, O2, H2S und einen CatEx-Sensor, der verschiedene explosive Gase misst und standardmäßig auf CH4 eingestellt ist. Die Messung der Luft im Schacht bestätigte auch eine 30-40 Mal höhere Konzentration von Kohlendioxid als in der normalen Umgebungsluft.
In drei Arbeitsgängen wurde jeweils ein Helfer, ausgerüstet mit Wathose, Sicherungsgerät, Funk und schwerem Atemschutz, über einen Zweibock mit dem Rollgliss abgelassen, um den groben Unrat aus dem Brunnen zu entfernen.

In einem letzten Übungsabschnitt wurde dann der Brunnen teilweise ausgepumpt, um das Nachlaufen des Grundwassers zu prüfen.

Die Ausbildung war für alle anstrengend aber interessant und hat gezeigt, dass die Gruppe in der Lage ist, eine solche doch nicht ganz ungefährliche Aufgabe zu meistern. Das erlernte lässt sich unter anderem auf Einsätze in denen Verletzte mit Atemschutz gerettet werden müssen übertragen.

Vielen Dank auch an die Familie Noll, die uns ihren Garten und Brunnen als Übungsobjekt zur Verfügung gestellt hat.